Unsere Werkstatt - Wartungsarbeiten - Teil III

Veröffentlicht am 18. Juni 2026 um 10:00
Aller guten Dinge sind drei: unseren Bericht zum Thema Wartungsarbeiten möchten wir vorerst mit dem Blick auf unsere Strahlgeräte abschließen. Wir haben das Glück zwei Feinstrahlgeräte aus dem Hause Petersen im Einsatz zu haben. Eines davon mit Rütteleinheit, um einen permanenten Fluss des Strahlgutes zur Düse zu gewährleisten. Die Rüttelfunktion wird per Fußpedal gesteuert. Wir strahlen nahezu ausschließlich mit Eisenpulver.
 
Um immer ein gutes Strahlergebnis erzielen zu können, müssen mehrere Faktoren stets beachtet werden: die zugeführte Luft muss möglichst trocken sein, damit das Strahlgut nicht verklumpt bzw. rostet. Außerdem muss das Strahlgut möglichst sauber und in der Körnungsgröße homogen sein, damit es immer fließfähig bleibt.

Für die Trockenheit der Luft sorgen bei uns eine direkt am Kompressor installierte Abscheideeinheit, die sowohl Wasser als auch Öl vom Kompressor aus der Luft nimmt. Außerdem haben wir einen weiteren Abscheider vor jedem unserer Druckluftverteiler installiert. Hier mussten wir bislang noch nie Wasser ablassen.

Deutlich herausfordernder ist die Pflege des Strahlgutes. Um dieses mehrfach verwenden zu können, muss es vor jedem Strahlgang gesiebt werden, um größere Partikel der abgetragenen Matrix herauszufiltern, die sonst das Strahlsystem verstopfen würden.

Außerdem muss regelmäßig der besonders feine Anteil aus dem Strahlgut gefiltert werden, da dieser sonst ebenfalls die Fließfähigkeit negativ beeinflussen würde. Diese feinen Anteile setzen sich aus dem feinen Staub der abgetragenen Matrix zusammen, der nicht durch die Absaugung erfasst wurde, und durch sich langsam abnutzendes Eisenpulver.

Wir reinigen unser Strahlgut durch ein kombiniertes Verfahren. Dazu stellen wir einen Turm aus Sieben mit verschiedenen Maschenweiten in unsere Strahlkabine und schalten die Absaugung ein. Dann wird ein Teil des zu reinigenden Materials auf das oberste Sieb gegeben und der gesamte Turm geschüttelt. Dadurch steigt der leichte Feinstaubanteil auf und wird von der Absaugung erfasst.

Das Eisenpulver ist schwerer und wird durch die von oben nach unten feiner werdenden Siebgrößen in die verschiedenen Fraktionen sortiert. Ganz oben sammeln sich zu große Klumpen an, die entsorgt werden. In der Mitte bleibt der Anteil, der weiter verwendet werden kann und ganz unten sammelt sich die für den Strahleinsatz zu feine Fraktion. Auch diese wird entsorgt.

Das so aufbereitete Strahlgut kommt bei uns in einen geschlossenen Behälter mit Silikatpäckchen, die für eine trockene Lagerung bis zum nächsten Einsatz sorgen.

Immer mal wieder überprüfen wir außerdem alle Dichtungen und Schläuche an den Geräten auf Beschädigungen. Falls nötig werden beschädigte Teil entsprechend ersetzt.

Ein wichtiges Learning aus unserer Vergangenheit: die Matrix der Fossilien, die gestrahlt werden sollen, muss absolut trocken sein. Wir haben einmal den Fehler gemacht und aus Neugierde auf die Erhaltung der eingeschlossenen Stücke noch feuchte Kreidefossilien gestrahlt. Die Feuchtigkeit aus der Matrix hat innerhalb kürzester Zeit zum Rosten des Strahlpulvers geführt. Wir mussten dann sämtliche Schläuche der Strahler von dem verklumpten Strahlgut befreien und auch das Strahlgut aus der Box entsorgen. Sehr ärgerlich, aufwändig und unnötig teuer.

Welches Strahlgerät habt Ihr im Einsatz? Welches Strahlmittel benutzt Ihr und wie geht Ihr vor, wenn Ihr ein anderes Strahlmittel einsetzen wollt?

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